Verdichtet -Gedichtet

von Wiebke B. Beyer

Aufbruch

Verstecke meine Tränen unterm Bett

Stopfe die Träume in die Taschen

 

Nimm die Fragen huckepack

Und schließe alte Türen

 

Meilenweit entfernt zu einer Antwort

Doch nichts ist für immer verloren

 

Nur eine Pause – ein Gedankenstrich 

eine Laune der Natur 

 

Ich bin nur eine Reisende in meiner Zeit

Kaufe mir ein letztes Ticket für mein Leben

 

Keiner muss meine Wege verstehen

Doch ich suche das Glück nicht mehr wo ich es verlor‘

 

Meine Einsamkeit ist auch in der Fremde Heimat

Begreifen nur Illusion

 

Ich wollte doch nie mehr vom Leben – als die Chance darauf.

Steh auf und geh

Steh auf und geh

Wenn die Sehnsucht dich zieht

Steh auf und geh

Wenn die Vernunft versiegt

Steh auf und geh

Wenn die Hoffnung dich treibt

Steh auf und geh

Damit das Glück bei dir bleibt

Frühling

Der Himmel so blau, wie frisch gewaschen

Der Tag lädt ein mit hundert Taschen

 

Der Geruch nach Gegrilltem liegt in der Luft

Blumen verströmen betörenden Duft

 

Die Menschen lachen, ich stimme mit ein

Das ist das Gefühl von Glücklich sein

 

Die Wiesen leuchten in saftigem Grün

Obstbäume die rosa blüh’n

 

Als müsste sie heute alles geben

Erzählen von der Liebe und dem Leben

 

Vögel zwitschern in allen Tönen

Frühlingsgefühle die den Tag verschönen

 

In die Welt hinaus zieht es mich da

Und ich denke, ja es ist wahr

 

Die Freiheit bekommt man dann geschenkt

Wenn der Weg selbst die Füße lenkt 

Insomnia

Der Mond scheint hell durchs Fenster

die Vögel sind längst stumm

Im Kopf Gedankengespenster

vollführen ihren Tanz

 

laut redend die Kobolde der Nacht

doch die Sterne stehen schweigend

ich lausche, bin hellwach

im dunklen Lichterkranz

 

Die Stunden schleichen weiter

der Atem geht zu schnell

die Traumverteilerreiter

verhandeln nicht mit mir

 

Den Zug zum Einschlafen verpasst

schon graut der Morgen wieder

der Mond am Himmel verblasst 

der Tag kommt durch die Tür